Pija Hocevar

HINTER DEM VORHANG

Teil 1

Ich bin Pija und komme aus einer kleinen Stadt namens Šentjernej im Südosten Sloweniens. Ich bin auf einem Bauernhof in einer sechsköpfigen Familie aufgewachsen, in der jedes der Kinder ein oder zwei Instrumente spielte (das zweite Instrument war immer das Akkordeon), und wir arbeiteten auch zusammen als Familienensemble. Meine Mutter hat uns viel vorgesungen, und mein Vater war eher ein Arbeitgeber und Organisator von Handarbeiten, so dass wir alle 4 ein großes musikalisches Gehör und ein breites Spektrum an Erfahrungen und Arbeitsgewohnheiten haben.
Der Entwicklung des Singens und Spielens nach Gehör, der Improvisation, des Gruppenspiels und der Aufführung folgten neben dem Ensemble später verschiedene Chöre und Folkloregruppen, in denen wir Tanzschritte und Volkstraditionen lernten.

 

Beim Eintritt in die Musikschule wollten viele von uns Klavier spielen, aber ich landete zufällig bei der Blockflöte und später bei der Querflöte.
In den ersten zwei Jahren Blockflöte war mein Lehrer der Klarinettist Sandi Franko, gefolgt von dem Oboisten Ernest Jazbec, bei dem ich sechs Jahre lang Querflöte spielte. Letzterer hat nie mit dem Üben zu Hause nachgelassen, so dass ich wirklich viel zu tun hatte, aber ehrlich gesagt war es nie schwierig, nur ein bisschen seltsam, da ich diejenige war, die am meisten üben musste. Am schwierigsten war es, die längeren Übungseinheiten durchzuhalten, als ich mich auf meinen ersten Wettbewerb vorbereitete – ich erinnere mich, wie meine Mutter bügelte und ich neben ihr übte, bis ich das Repertoire auswendig kannte und ohne Fehler spielte. Durch das Üben und die vielen Auftritte habe ich also viel Literatur gelernt, aber ich hatte immer das Gefühl, dass mir etwas fehlt..

 

In der Musik fühlte ich mich immer akzeptiert, sicher und glücklich, so dass es kein Wunder war, dass ich meine musikalische Ausbildung fortsetzen wollte. Nun, da stieß ich auf das erste große Hindernis – ich wusste nicht, warum ich meine Musikausbildung auf der Sekundarstufe nicht fortsetzen konnte, ich hatte niemanden, der mich auf die Aufnahmeprüfungen vorbereitete, und obendrein wollte meine Familie mich nicht nach Ljubljana gehen lassen, das für mich “zu groß” war. Damit war die erste Hürde genommen und besiegelt. 

 

 

Fortsetzung folgt . . . 💛